Social Games – gesammelte Fakten

Schick mir noch einmal eine Farmville-Anfrage und ich fackel‘ deine Farm ab….

Da wir uns im Rahmen eines Forschungsprojekts im Bereich Game Studies mit dem Thema FarmVille intensiv beschäftigen, hier mal eine kleine Faktensammlung zum Thema Social Games…

Social Games sind im Massenmarkt angekommen und damit eine echte Konkurrenz für die Entwickler von Hardcore Games. Denn die kostenlosen Mini Games sind lukrativ. Durch Minikäufe von virtuelle Gütern können sich die Spieler Vorteile im Spiel erschaffen. Im Vergleich zu Online RPGs bezahlen sie damit sehr geringe Beträge, die sich angesichts Millionen von Nutzern jedoch summieren und rentieren.

Einfache Regeln, einfache Grafik und ein banales Thema, die Social Games sprechen vor allem Casual Gamer an, die die Mini Games zum Zeitvertreib spielen und nicht bereit sind übermäßig Zeit und Arbeit in das Spiel zu investieren. Und doch gibt es Spieler, die das Spiel mit einer ausgetüftelten Strategie spielen. Sie wollen vor allem Achievements erreichen und vergleichen sich mit den Nachbarn ihrer Farm. Dafür informieren sie sich über Strategien auf Fansites und auf Facebook. Viele Spieler setzen außerdem auf Bots, um den Zeitauwand zu minimieren.

Auch wenn Spiele wie FarmVille  als Casual Games zu klassifizieren sind gibt es auch Hardcore User unter den Spielern. Ein Befragter Teilnehmer unserer Studie etwa äußerte sich folgendermaßen: „es hat schon Rollenspielcharakter und deswegen gefällt es mir eigentlich auch. Weil du kannst auch mit Freunden leveln und so. Und es ist halt schon ein bisschen WoW-Ersatz, kann man schon sagen“.

Unsere Studienarbeit hat ergeben, dass die Motivation FarmVille zu spielen in drei wesentlichen Faktoren begründet liegt: die Einfachheit des Spiels, der soziale Charakter und die kreativen Möglichkeiten, bzw. die Idee der Farm.

Gerade weil das Spiel sehr einfach gestaltet ist, ist es für die meisten Spieler attraktiv. Deshalb bleiben viele User dem Spiel auch treu: „Am Anfang war das einfach, das fand ich cool weil ich schnell aufsteigen konnte“ gibt eine Nutzerin im Interview an.

Das Urgestein der Entwicklerszene Bryan Reynolds beschreibt das Phänomen Social Games auf einem Veteranen-Panel:

„Wir sind endlich im Massenmarkt angekommen. Selbst meine Tante, die vorher nie gespielt hat, fragt mich inzwischen, ob ich ihre virtuellen Blumen gießen kann, damit sie in Farmville nicht verdorren“.

Anders als bei Hardcore Games geht es, statt um das Erleben von virtuellen und 3D-Welten, eher um das Entdecken von authentischen und einfachen Szenarios. Dabei hat der Nutzer die Möglichkeit nicht nur mit virtuellen, sondern auch mit realen Freunden aus dem Facebook-Netzwerk zu kommunizieren.

Social Games bieten durch die Möglichkeiten der Vernetzung ein enormes Wachstumspotential. Soziale Netzwerke wie Facebook, Wer kennt wen oder StudiVz verzeichnen jährliche Wachstumsraten von bis zu 20%. Der Marktführer Facebook verzeichnet im Januar 2010 über 12 Mio neue Nutzer.

Der Markt an virtuellen Gütern wächst . Zu den Marktführern in Nordamerika und Europa zählen Zynga (Umsatz 2009: 200 Mio Dollar), Playfish (jetzt: Electronic Arts, Umsatz 2009: 75 Mio Dollar) und Playdom (Umsatz 2009: 50 Mio Dollar).

Auf der Game Developers Conference in San Francisco schätzte Justin Smith von Inside Social Games  den Umsatz von Social Games im vergangenen Jahr auf 490 Millionen Dollar. Für das Jahr 2010 prognostizierte er bis zu 835 Millionen Dollar.

Damit sind die Social Games zu einer echten Konkurrenz für klassische Games geworden.

Quellen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/GDC-Social-Games-werden-zu-den-neuen-Groschengraebern-950469.html abgerufen am 25. März 2010

http://www.compass-heading.de/cms/tag/nutzerzahlen (Grafik) abgerufen am 25. März 2010

Über mkzwitschert

mk zwitschert Studentin der Medienkommunikation im sächsischen Exil lebende Schwäbin Hometown Stuttgart bloggt über Medien und Kommunikation Alltägliches und Banalitäten aus dem Studienalltag und Leidenschaften Musik, Kunst, Snowboarden und Design

2 Kommentare

  1. Kai

    Also ich muss gestehen von Farmville, bis zu dem Zeitpunkt an dem du davon erzählt hast, nie etwas gehoert hatte. Und das obwohl ich mich jetzt durch aus als mit „Social Networks“ vertrautem Nutzer bezeichnen würde.
    Farmville scheint da eine sehr spezifische Nutzergruppe anzusprechen und mein eigentlich sehr Netzafiner Freundeskreis, scheint sich nicht dafür zu interssieren. Da fragt man sich doch woran das liegt.

    Außerdem glaube ich nicht das Browsergames im Allgemeinen oder Social Games in Konkurrenz zu klassichen Spielen stehen. Vielmehr wird doch ein voellig neuer Markt erschlossen. Die Schnittmenge der Menschen die WoW und Farmville spielen dürfte ziemlich gering sein.
    Der Gedanke von eigentlich kostenlosen Spielen, in denen man sich dann Vorteile erkaufen kann, ist ja nicht erst mit den Social Games erfunden worden. Browsergames machen das schon seit Jahren so. Auch Spiele wie Runes of Magic sind im Prinzip kostenlos und verkaufen Ingame Vorteile gegen reales Geld.

    Bleibt als einzige neue Erfindung der Social Games die integration in Facebook und Co. Ob man das direkt als „erreichen des Massenmarktes“ bezeichnen kann, würde ich mal bezweifeln.

  2. Hi Kai,

    da gebe ich dir absolut recht. Ich denke auch nicht, dass Casual Games für die klassischen Zocker attraktiv werden könnten. Im obigen Interview ist das wohl eher eine Ausnahme. Wenn man aber die Nutzerzahlen betrachtet und wie schnell diese riesige Nutzerzahlen erreichen, kann man schon von einem Massenmarkt sprechen. Social Games sprechen eben genau die Zielgruppe an, die von der Spieleindustrie lange vernachlässigt wurden. Zum Beispiel Leute wie mich, ich hab keine Lust Stunden zu investieren in ein Spiel. Wir haben übrigens auch zwei it-affine Nutzer befragt die FarmVille sehr intensiv und strategieorientiert spielen. Ich denke im Endeffekt werden die Social Games schon zu einer Konkurrenz, da sie bei geringen Entwicklungskosten sehr viele Nutzer ansprechen.

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